Die australische Agentur für erneuerbare Energien (ARENA) hat Hadean Energy 15 Mio. A$ für ein Projekt im Umfang von 30 Mio. A$ zugesagt: Bau und Betrieb einer Wasserstoff-Pilotanlage in Victoria, wie die Agentur am 5. November mitteilte. Der Wasserstoff geht an einen benachbarten Industriebetrieb und wird in der Stahlherstellung eingesetzt - ein echter Test, ob die Technik eine emissionsärmere Stahlproduktion unterstützen kann.
Die Pilotanlage soll bis zu 7 kg Wasserstoff pro Stunde erzeugen und rund 85 % des Wasserstoffs für einen Glühprozess in einem Stahlwerk decken. Hadean schätzt, dass seine Technik Wasserstoff mit rund 30 % weniger Strom herstellen kann als herkömmliche Elektrolyseure. Entwickelt wurde die Technik über acht Jahre von der nationalen Forschungsagentur CSIRO, mit früherer Unterstützung durch ARENA.
Der Chef der Agentur nannte die Produktionskosten weiterhin die größte Hürde für grünen Wasserstoff in Branchen, die sich schwer elektrifizieren lassen; der Pilot solle die Daten liefern, um das kommerzielle Potenzial zu beurteilen. Funktioniert er, könnte dieselbe Technik später auch für emissionsarme synthetische Kraftstoffe dienen.
Wohin die Wärme in einer Wasserstoffanlage geht
Über Elektrolyseure spricht man meist in Kilowattstunden, doch vor Ort dreht sich ein guter Teil der Technik um Wärme: Sie muss aus den Stacks und Gasströmen abgeführt oder bei Hochtemperaturverfahren aus einem benachbarten Prozess zugeführt werden. So oder so entstehen mehrere Flüssigkeitskreise, die getrennt bleiben müssen, jeder mit eigener Wasserqualität, und die Kühl- oder Heizkreise werden meist über Plattenwärmeübertrager vom Werkswasser getrennt.
Bei einem Pilotbetrieb neben einem laufenden Stahlwerk stellt der Betreiber früh praktische Fragen: Welche Kreise teilen sich Wasser mit dem bestehenden Standort, welche brauchen VE-Wasser, und was lässt sich öffnen und reinigen, ohne die Glühlinie anzuhalten?
Quellen: Process Online, ESD News
